Renovierung Kapelle

Der Kreisverkehr am nördlichen Ende Halls und südlich vom Friedhof gelegen, ist eine der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt. Daher queren diesen Bereich täglich zahlreiche Bürger:innen, auch aus den Umlandgemeinden. Und ohne es zu wissen bzw. ohne sie wirklich wahrzunehmen passieren sie damit ein Stück Geschichte. Geschichte, die älter ist als der Kreisverkehr selbst oder viele der angrenzenden Gebäude. Die Rede ist von der Kaiser-Franz-Josef-Gedächtniskapelle.

Die Kapelle wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert errichtet und war im Volksmund lange als „Corethkapelle“ bekannt. Der genau Entstehungszeitraum ist nicht dokumentiert genau so wenig, wie der ursprüngliche Zweck. Ihren Namen verdankte sie der Adelsfamilie von Coreth, die in Hall ansässig war und die Kapelle erbauen ließ. Ihre Lage am Abzweig ins Halltal (Salzbergstraße) war strategisch – hier verzweigten sich Wege etwa ins Halltal und nach Gnadenwald – und sogar im Salzbergbetrieb diente sie als Orientierungspunkt – so markierte die „Korethkapelle“ das Ende eines Streckenabschnitts der Soleleitung, die vom Halltal zur Saline führte.

Im Jahr 1930 wurde die alte Corethkapelle grundlegend umgestaltet und zur Kaiser-Franz-Josef-Gedächtniskapelle umgewidmet. Diese Renovierung stand im Zeichen des Gedenkens an den 1916 verstorbenen Kaiser Franz Joseph I. – passend zum 100. Geburtstag des Kaisers im Jahr 1930. Die Baumaßnahmen verliehen der kleinen Kapelle ihr heutiges, markantes Erscheinungsbild: Statt des schlichten Satteldaches erhielt sie einen geschwungenen, leicht vorspringenden Giebelfrontispiz (auf Säulen ruhend) sowie einen Dachreiter mit Zwiebelhaube.

Die Fassade wurde durch Gesimse und Pilaster gegliedert und im Giebel mit einem marmornen Reliefmedaillon des Kaisers Franz Joseph I. geschmückt. Dieses Relief-Porträt schuf der Tiroler Bildhauer Virgil Rainer im Jahr 1930 eigens für die Kapelle. Unter dem Medaillon ist die Inschrift mit Namen und Lebensdaten des Kaisers angebracht.

Auch das Kapelleninnere erfuhr 1930 eine Neugestaltung: Der kleine Andachtsraum ist mit einem Tonnengewölbe mit Stichkappen überspannt und zeigt einen dekorativen Perlschnur-Stuck an Wänden und Gewölbe – ein für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts typisches Zierelement. Trotz dieser historischen Neugestaltung hat die Kapelle ihre bescheidenen Ausmaße behalten. In den folgenden Jahrzehnten sind keine größeren baulichen Veränderungen dokumentiert; lediglich übliche Erhaltungsmaßnahmen wurden vorgenommen. Heute präsentiert sich die Kapelle als stilistische Mischung aus ihrer barocken Grundsubstanz und den historisierenden Elementen der 1930er-Jahre.

Renovierung

Die Witterung macht auch vor einem Stück Geschichte nicht halt und auch wenn die Kapelle gut erhalten ist, bedarf es bestimmter Renovierungsarbeiten, um sie für die nächsten 100 Jahre in Schuss zu halten. Solche Arbeiten sind jedoch immer mit Kosten verbunden. Um diese so gering wie möglich zu halten, hat sich die Speckbacher – Schützenkompanie Hall in Tirol dazu bereit erklärt, die eigene Arbeitskraft kostenlos für dieser Arbeiten zur Verfügung zu stellen.

Trotzdem wird auch Material benötigt das zum Teil als Sachspende zur Verfügung gestellt wird, aber nicht zur Gänze. Daher werden auch gleichzeitig Spenden gesammelt, um die Restaurierung voranzutreiben.

Spenden

Speckbacher – Schützenkompanie Hall in Tirol
IBAN: AT19 3636 2000 0010 2673
BIC: RZTIAT22362
Kennwort: Renovierung

Renovierungsfortschritte

Zwischen Oktober und November wurde der Außenputz entfernt. Damit ist bis zum Frühjahr 2026 genügend Zeit, dass die Kapelle trocknen kann. Die weiteren Arbeiten starten damit 2026.